Stadtteilmanagement

Seit 2007 ist der Stadtteil Hallschlag Sanierungsgebiet im Bund-Länder-Programm Soziale Stadt. Im gleichen Jahr startete das Stadtteilmanagement (Andreas Böhler, Reinhard Bohne) vom Institut für Stadtplanung und Sozialforschung Weeber+Partner aus Stuttgart mit seiner Arbeit im Auftrag der Landeshauptstadt
Stuttgart. Die Projektkoordination erfolgt durch das Amt für Stadtplanung und Wohnen.

Mit dem Programm unterstützen der Bund, das Land und die Stadt seit 1999 die städtebauliche Aufwertung und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Stadt- und Ortsteilen. Das Programm widmet sich einer komplexen Aufgabe: Es verknüpft bauliche Investitionen der Stadterneuerung mit Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil.

Das Team ist außerhalb der Ferien wöchentlich an der Infotheke im EG des Generationenhauses anzutreffen. Es organisiert die Beteiligungen zu aktuellen Projekten (z.B. Rahmenplan Hallschlag oder zum Thema Geschichte) und nimmt Anregungen und Ideen zur Stadtteilentwicklung entgegen. Das Stadtteilmanagement setzt außerdem neue Impulse und fördert Strukturen für die Bürgerbeteiligung im Stadtteil, die auch nach Programmende
die Entwicklung weiter voranbringen sollen.

 


Im Interview beim Programmstart 2007 erzählen sie von ihrer Arbeit.

Seit November 2007 sind Sie im Hallschlag als Stadtteilmanager vor Ort. Wie haben Sie den Stadtteil bisher kennengelernt? Was sind hier die Probleme und worin sehen Sie die Potenziale?
Als wir das erste Mal mit dem Bus im Hallschlag ankamen, waren wir ganz überrascht, wie idyllisch der Stadtteil auf einer Anhöhe über dem Neckar gelegen ist. Zwischen den meist drei- bis viergeschossigen Wohngebäuden gibt es große Grünflächen mit altem Baumbestand, das Ganze hat durchaus Charme. Allerdings ist die Gebäudesubstanz bis auf wenige Ausnahmen in einem äußerst schlechten Zustand, die Wohnungen bieten wenig Komfort und sind sehr klein. Viele der Bewohner – zu einem großen Teil mit Migrationshintergrund – leben an der Armutsgrenze, viele sind arbeitslos.

Was haben Sie im Hallschlag vor? Der Hallschlag wurde im April 2007 in das Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die Soziale Stadt" aufgenommen. Daraus ergeben sich viele Chancen, für bestehende Probleme nachhaltig wirksame Lösungen zu finden. Die Bewohner sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Deshalb sind wir seit Juni 2008 in unserem Stadtteilbüro in der Düsseldorfer Straße 25 vor Ort. Wir kümmern uns um ganz konkrete Projekte zur Verbesserung des Wohnumfeldes und organisieren Aktionen zur Stärkung von Bildung, sozialem Leben, Beschäftigung, Kultur und Bürgerengagement.

Wie können die Bewohner Kontakt zu Ihnen aufnehmen?
Wer Ideen, Fragen oder Wünsche hat, kann natürlich einfach zu uns ins Stadtteilbüro kommen, uns anrufen oder uns schreiben. Außerdem besuchen wir auch im Hallschlag bereits bestehende Gruppen und versuchen, dort mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Im Februar 2008 haben sich Themengruppen gebildet, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen und Ideen entwickeln und umsetzen in den Bereichen "Wohnen, Wohnumfeld und Öffentlicher Raum", "Soziales und kulturelles Miteinander" und "Bildung". Aus den Themengruppen gehen wiederum Projektgruppen hervor, die sich dann um kleinere Projekte und Aktionen kümmern. Jeder, der sich für eines der vielen Themen interessiert und engagieren möchte, ist jederzeit herzlich bei den Treffen willkommen!

Welche Highlights gab es denn bereits im Hallschlag?
Es gab schon einige große und kleine Aktionen im Hallschlag. Am 11. Oktober 2008 feierten wir zum Beispiel den ersten Kulturtag. Neben verschiedenen Aufführungen von Einrichtungen aus dem Hallschlag wurden Filme gezeigt, die Jugendliche aus dem Stadtteil selbst gedreht haben, außerdem fand ein Poetry Slam statt und es gab eine Ausstellung mit Kunstwerken und Fotografien, die im Stadtteil entstanden sind. Im Mai 2009 hatten wir unseren Tag der Bürgerinformation unter dem Motto "Hallschlag-Frühling". Hier haben sich die Themen- und Projektgruppen präsentiert, eine Märchenerzählerin hat die Kinder unterhalten, die Gruppe der Bürgergärten hat im Backhaus tolles Essen gezaubert und für die Besucherinnen und Besucher gab es noch ein Quiz, bei dem die Sieger eine Rolle bei "Soko Stuttgart" gewonnen haben. Und das waren jetzt nur zwei Beispiele. Was wir sonst schon alles gemacht haben, zum Beispiel Let´s putz oder die Bolzplatzgestaltungen Rostocker und Dessauer Straße, finden alle Interessierte in unserer Rubrik Chronologie, tolle Eindrücke gibt es auch in unserer Fotogalerie.